Ein Tag im Leben von Elena Koumpli, Head of Data Analysis und SCADA Manager

Elena Koumpli

Nach über 10-jähriger Tätigkeit an Forschungsprojekten in der Wissenschaft wechselte Elena zu Solarcentury und ist nun für die Teams SCADA und Data Analysis verantwortlich, die sich auf Leistungsoptimierung konzentrieren. Hier erfahren Sie mehr über Elena und ihre Aufgaben.

Was haben Sie vorher gemacht und auf welchem Weg sind Sie zu Solarcentury gekommen?

Während meines ersten Studiums der Angewandten Physik in Athen studierte ich im Hauptfach Kernphysik, aber ich erkannte bald, dass es nicht die richtige Branche für mich war. Ich erwarb daher nach meinem Abschluss noch einen Master of Science im Bereich Erneuerbare Energiesysteme. Als sich mir im Jahr 2014 die Chance bot am CREST (Centre for Renewable Energy Systems Technology) in Loughborough zu promovieren, habe ich keine Sekunde gezögert und zugesagt.

Nach meinem Abschluss am CREST im Jahr 2017 habe ich dort direkt im Anschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Ich habe an einem großen Projekt gearbeitet, bei dem Daten von auf Dächern montierten Sonnenkollektoren gesammelt, ihre Leistung analysiert und verbessert sowie die Datenqualität untersucht wurden.

Nachdem ich über 10 Jahre in einem wissenschaftlichen Umfeld tätig war, konnte ich mir einen Wechsel zur Industrie nicht vorstellen. Die Position bei Solarcentury schien mir aber eine gute Karrierechance zu sein und gleichzeitig konnte ich weiterhin im Sektor erneuerbare Energien arbeiten, also machte ich diesen Schritt. Nach einem Jahr in der neuen Position bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden.

Was ist Ihre Position?

Ich bin verantwortliche Leiterin der SCADA- und Datenanalyseteams.

Beide Teams haben den Zweck, einen reibungslosen Ablauf aller täglichen Prozesse zu gewährleisten und gleichzeitig auf längerfristige Ziele hinzuarbeiten.

In diesem Jahr habe ich mich sehr auf die Systemleistungsoptimierung konzentriert. Die Teams und ich haben nach einem Plan und einer Roadmap mit konkreten Meilensteinen gearbeitet, die sich auf eine sehr wichtige Sache konzentriert: die Leistung unserer Solarparks zu verbessern, damit unseren Umsatz zu steigern und natürlich mehr Einfluss im Kampf gegen das Klimachaos zu gewinnen.

Meine Rolle ist vielfältig und das macht sie so interessant; vom Schreiben von Python-Computerscripts bis hin zur Überprüfung von Verträgen und Geschäftszahlen zusammen mit dem Team. Ich versuche auch, den Forschungsaspekt zu berücksichtigen, indem ich versuche, Kooperationsprojekte zwischen unserem Unternehmen und akademischen Partnern in Großbritannien und Europa zu ermöglichen. Ich mag es, Probleme zu lösen.

Mit was beschäftigen sich Ihre Teams normalerweise?

Die täglichen Herausforderungen und Aufgaben beider Teams sind sehr unterschiedlich, aber beide sind wichtige Teile derselben Kette: der Datenerfassung und Datenanalyse.

Das SCADA-Team ermöglicht die Datenerfassung von der frühen Planung und Inbetriebnahme des Parks bis zum Ende des Überwachungszeitraums.

Bei der Datenanalyse geht es traditionell um das Sammeln, Speichern und den Umgang mit riesigen Datenmengen, die von den SCADA-Systemen bereitgestellt werden. Die bereinigten Daten werden für die Berechnung einer monatlichen Leistungsstatistik für die von uns verwalteten Standorte verwendet. Interessant ist, dass in unserem Datenanalyseteam 75 % der Mitarbeiter weiblich sind und das ist großartig – es ist inspirierend zu sehen, dass immer mehr Frauen im Energiesektor arbeiten.

Wie hat sich das Team im Laufe des Jahres entwickelt?

Speziell das Datenanalyseteam hat im Laufe des Jahres massive Veränderungen erreicht. Das Schlüsselwort hier ist „Team“; das bezieht sich zum einen auf die Ressource, aber auch vor allem auf die Ziele und Ambitionen.

Wir haben viel Arbeit investiert, um die Berichtszeit zu minimieren. Obwohl Datentechnik immer noch einen wichtigen Anteil hat, haben wir unseren Schwerpunkt vom Routinebericht auf die Ursachenanalyse der standortspezifischen Leistung verlagert.

Das Ergebnis dieser Arbeit können Sie auf unseren Solarcentury-Grafana-Seiten sehen. Grafana ist ein wunderbares Werkzeug zur Datenanalyse und -überwachung. Es sammelt Daten und Informationen über mehrere Datenquellen hinweg und zeigt über Dashboards die Aspekte der Überwachung und Berichterstattung für die Parks auf.

Mittlerweile ist es unsere Hauptplattform zur Visualisierung der Anlagenleistung. Vor einem Jahr wurde es gar nicht benutzt und so etwas schien unmöglich zu sein.

Es verfügt über Verknüpfungen zur Anlagenleistung, von normalen KPIs (Leistungskennzahlen und Verfügbarkeiten) bis hin zu erweiterten Leistungsmerkmalen, Finanzkennzahlen und -szenarien sowie Fehlerstatistiken über verschiedene Zeiträume des Standortbetriebs hinweg.

Wie sind all diese Entwicklungen bei unseren Kunden angekommen?

Unsere Kunden erhalten ihre Berichte schneller. Außerdem haben wir unsere Kundenberichte teilweise geändert, um sie detaillierter und optisch interessanter zu machen. Es wird nun mehr Aufmerksamkeit darauf gelenkt, Fehler zu erkennen und zu identifizieren und diese so schnell wie möglich zu beheben.

Interessieren Sie sich auch außerhalb der Arbeit für Daten? Was unternehmen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Eigentlich nicht! Ich gehe gerne schwimmen, verreise und besuche Heavy-Metal-Konzerte. Kaffee liebe ich auch, und zwar so sehr, dass ich davon träume, später mein eigenes Café zu betreiben, vielleicht neben einem kleinen Bauernhof – es wäre doch schön für die Besucher, wenn sie die Tiere besuchen und dazu einen guten Kaffee genießen könnten!

Daneben kümmere ich mich gerne um meine Pflanzen, gehe spazieren, koche oder relaxe einfach nach der Arbeit.

Sie haben sich in den letzten paar Monaten an den Klimastreiks und -demonstrationen beteiligt. Warum?

An meinen ersten Klimamarsch habe ich kurz vor dem Pariser Klimaabkommen teilgenommen. Mich hat die große Zahl an Menschen gewundert, die auf die Straße gingen, um ihre Unterstützung zu demonstrieren. Dann nahm die öffentliche Debatte exponentiell zu, und die Menge der Teilnehmer bei den Jugendstreiks im September war enorm groß. Es war unglaublich, die Millionen von Menschen dort und beim Streik der „Extinction Rebellion“ zu sehen. Die Bewegung wächst und ich hoffe wir bewirken viel. Sicher ist, dass sie mehr Menschen dazu angeregt hat, über die bestehende Klimakrise nachzudenken.

Zuhause wissen Menschen nicht viel über XR und das Klimachaos im Allgemeinen. Ich habe kürzlich meinen jungen Nichten und Neffen erklärt, was gerade in der Welt passiert, weil es ihre Generation ist, die davon betroffen sein wird. Es ist wichtig, dass die Menschen Bescheid wissen – sie sind interessiert und wir müssen sie aufklären.

Vermissen Sie die Forschung?

Ja, im Allgemeinen schon, aber ich versuche, die Verbindung zu Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt aufrechtzuerhalten. Jan Muller (mein Manager) hat mich sehr ermutigt. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie die Lösung für die Klimakrise ist.

Auf privater Ebene ist es so, dass sich meine Freunde nach ihrer Promotion verstreut haben, aber jetzt habe ich die Möglichkeit, mit ihnen in Projekten zusammenzuarbeiten, von denen auch Solarcentury profitieren wird.

Was gefällt Ihnen an der Arbeit für Solarcentury am besten?

Hauptsächlich die Menschen. Ich arbeite mit hervorragenden Teams, aber auch mit tollen Menschen außerhalb meiner Teams, das ist sehr motivierend. Mir gefällt es, wenn sich Menschen für etwas, das sie tun, begeistern können. Wir beginnen immer mit dem, was wir schon KÖNNEN, dann folgen wir einem Plan, und am Ende gelingt uns irgendwie das Unmögliche. Ist das nicht großartig?

Ich würde nichts ändern, außer, dass ich vielleicht gerne mehr Zeit hätte, um mehr zu schaffen. Ein zusätzlicher Tag in meinem Leben wäre nützlich! Oder ein Klon von mir …