Ein Tag im Leben von Peter Allen, Asset Manager

Peter kommt aus dem Bereich Buchhaltung und Finanzwesen und kam als erster Asset Manager zu Solarcentury. Er arbeitet an unseren internationalen Projekten und erzählt uns heute alles über seine bisherigen Erfahrungen und seine Rolle bei uns.

Was haben Sie vorher gemacht und wie sind Sie zu Solarcentury gekommen?

Ich habe seit dem Beginn meiner beruflichen Laufbahn im Energiesektor gearbeitet und hatte verschiedene Positionen im Bereich Finanzen inne. Energie ist derzeit ein heißes Thema – jeder Mensch benötigt Energie und auf welche Art und Weise wir sie generieren und nutzen verändert sich gerade in erheblichem Maße. Meiner Meinung nach machen diese Veränderungen den Sektor so interessant.

Ich begann mein Studium der Finanzwissenschaften bei einem Energieversorger in Newcastle, wo ich zum ersten Mal im Windenergiesektor tätig war. Dort zogen mich auch erneuerbare Energien in ihren Bann. Als nächstes war ich Mitglied eines Teams, dass sich mit der Optimierung des Großhandelsmarktes beschäftigte.  Eine ganz andere Rolle, aber mir hat der Bereich Strom- und Gashandel sehr viel Spaß gemacht.

Mir war klar, dass ich in den erneuerbaren Energiesektor zurückkehren wollte. Als sich die Gelegenheit dazu bot, habe ich sie ergriffen und bin Solarcenturys erster Asset Manager geworden. Für mich war das eine Möglichkeit, meine Erfahrung in einer ganz neuen Abteilung und auf internationalen Märkten anzuwenden. Zudem war eine der Voraussetzungen etwas Niederländisch zu sprechen. Meine Familie und ich haben in den Niederlanden gelebt. Die Möglichkeit wieder dorthin zu reisen war ein zusätzlicher Bonus. Und jetzt sind schon eineinhalb Jahre vergangen!

Warum die Solarbranche?

Die Solarbranche ist ein rasantes, spannendes Arbeitsfeld. Alle Aspekte der Branche verändern sich – die Abkehr von staatlichen Subventionen bedeutet, dass sich die Geschäftsmodelle der Projekte ständig weiterentwickeln. Es gibt neue Risiken und Herausforderungen bei der Art und Weise, wie man Einnahmen aus einem Solarpark generiert und das hat einen großen Einfluss auf die Art der Projektfinanzierung. Das Tempo bei Innovationen ist unerbittlich – ständig erfahren wir von neuen Produkten und Technologien. Ein Projekt folgt dem anderen und der Bau eines großen Solarparks dauert nur ein paar Monate; kleinere Projekte können in ca. sechs Wochen fertig gestellt werden, was bedeutet, dass die Dekarbonisierung immer schneller voranschreitet.

Die Tatsache, dass ich bei einem Unternehmen arbeite, dass im Kampf gegen die Klimakrise etwas bewirkt, ist für mich eine bereichernde Erfahrung. Etwas zur Erhaltung unseres Planeten beizutragen ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl.

Was sind die Aufgaben des Asset Management Teams?

Jedes Projekt ist ein individuelles Geschäft und muss genau wie ein Unternehmen verwaltet werden. Wir stellen sicher, dass unsere Solarparks sicher und effizient arbeiten und damit die Produktion von sauberem Strom und die finanziellen Erträge für Investoren maximiert werden.

Dazu gehört das Management finanzieller, kommerzieller, rechtlicher und technischer Aspekte – von der Einhaltung der Projektfinanzierungsvereinbarungen über die Berichterstattung an die Investoren bis hin zu Verhandlungen mit den Gemeinderäten, der Überwachung des Betriebs und der Wartung der Projekte. Wir arbeiten eng mit anderen Teams im Unternehmen zusammen.

O&M- und Asset-Management-Konferenz, Dezember 2019

Ihre Rolle bestand nicht nur darin, fertiggestellte Projekte zu verwalten. Woran haben Sie noch mitgewirkt?

Ich habe die Projektfinanzierung und die Crowdfunding-Kampagne für Budel in den Niederlanden geleitet, bei der 96 holländische Bürger 250.000 EUR in den Solarpark investiert haben. Es war eine herausfordernde Aufgabe, denn es war eine Premiere für uns und eines der ersten Projekte für unseren Partner Rabo & Crowd im Bereich Crowdfunding, aber es war sehr erfolgreich – in nur sechs Wochen hatten wir den Betrag zusammen! Mir hat es gefallen, dafür die Verantwortung zu übernehmen und sicherzustellen, dass jeder mit den Ergebnissen zufrieden ist.

Jetzt kennen wir die Vorgehensweise und wissen, wie die Idee in der Praxis umgesetzt wird. Das ist bei der Planung der Finanzierungsmodelle für einige unserer kommenden Projekte in Frankreich und den Niederlanden hilfreich, bei denen wir ebenfalls Crowdfunding mit einbeziehen wollen.

Eröffnungsfeier Budel im Juni 2019

Unsere Projekte in Spanien befanden sich in der Endphase der Entwicklung und in der Bauphase, deshalb war ich daran auch beteiligt. Zuerst arbeitete ich an den Vertriebsverträgen für Talayuela Solar, wobei mir meine Erfahrung im Bereich der Stromgroßhandelsmärkte geholfen hat. Danach habe ich mich dem Team angeschlossen, dass die Stromabnahmeverträge für unsere beiden Projekte Talayuela und Cabrera ausgearbeitet hat. Beide Solarparks werden ohne Subventionen gebaut, so dass wir Finanzverträge zur Absicherung des Strompreises abgeschlossen haben; diese Verträge gehören zu den größten ihrer Art in Europa und daher waren diese Vertragsabschlüsse eine wirklich interessante Aufgabe.

Ich war an der Projektfinanzierung für Talayuela beteiligt, die wir kürzlich abgeschlossen haben. Hier gab es eine Menge von Variablen und viele Beteiligte – Kreditgeber, unser Co-Investor, juristische Berater, technische Berater. Es mussten immer viele Aspekte berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass alles rechtzeitig für den Vertragsabschluss bereit war.

Da Solarcentury sein internationales Geschäft so schnell ausbaut, tue ich oft Dinge, die niemand im Unternehmen zuvor getan hat und das ist eine unglaubliche Erfahrung. Bei uns sind eine ganze Reihe von Projekten geplant und es passiert ständig etwas Aufregendes, es wird nie langweilig.

Sie müssen in Ihrem Beruf sehr viel Reisen – reisen Sie gerne?

Reisen macht mir Spaß – es ist schön einige Tage im sonnigen Valencia zu verbringen, speziell im Herbst oder Winter, wenn das Wetter in London nicht besonders gut ist. Außerdem ist es großartig mit unseren internationalen Teams so eng zusammen zu arbeiten.

Das viele Reisen hat aber auch seine Schattenseiten. Wir müssen über die Umweltauswirkungen von Flügen nachdenken und nur dann reisen, wenn es absolut notwendig ist. Es ist wichtig, das Gesamtziel in einem Unternehmen wie dem unseren nicht aus den Augen zu verlieren: ein neues Projekt abzuschließen und schneller sauberen Strom zu erzeugen. Wenn wir unsere Flüge buchen, sehen wir nicht nur die Kosten, sondern auch die Menge an CO₂, die ausgestoßen wird. Das lässt uns darüber nachdenken, welche Auswirkungen die Reise hat.

Ich versuche immer mit dem Zug in die Niederlande zu fahren, was sicher dazu beiträgt, unsere CO₂-Bilanz zu senken. Der Eurostar fährt aber derzeit noch nicht bis nach Spanien. Hoffentlich werden wir eines Tages ohne Schäden für die Umwelt reisen können.

Warum ist die Arbeit für SC etwas Besonderes?

Bei Solarcentury hat man Zugang zu vielen verschiedenen Möglichkeiten und Projekten, die vielleicht nicht in der Stellenbeschreibung stehen – ich denke in einigen Unternehmen ist die Rolle eingeschränkter. Diese Flexibilität gefällt mir. Als erster Asset Manager im Unternehmen hatte ich im Grunde eine weiße Leinwand vor mir und konnte diese Position gestalten und zu dem machen, was sie heute ist.

Ich hatte die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen, mir neue Fähigkeiten anzueignen und mit vielen verschiedenen Teams zusammen zu arbeiten. Natürlich gibt es Herausforderungen, mit denen wir bisher nicht konfrontiert wurden. Das bringt uns dazu unsere Komfortzone zu verlassen, um eine Lösung finden.

Die Arbeit für ein internationales Unternehmen gibt einem die Möglichkeit, mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen zu arbeiten – die Geschäfts-Etikette kann sogar innerhalb von Europa stark variieren. Das macht die Arbeit mit Kollegen und Partnern aus verschiedenen Ländern so interessant.  Am Ende lernt man jeden Tag etwas Neues.

Die Menschen bei Solarcentury spielen bei der Arbeit auch eine große Rolle. Sämtliche Kollegen engagieren sich leidenschaftlich für die Erhaltung der Umwelt und mich begeistert es an den Veränderungen beteiligt zu sein, die wir erreichen.

Was unternehmen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich wurde in Guernsey geboren und habe dort gelebt, bis ich mit meiner Familie in die Niederlande zog. Ich bin am Meer aufgewachsen und liebe Wassersport, insbesondere Wakeboarding. Im Sommer versuche ich immer, mir dafür Zeit zu nehmen.

Pete mit 7 Jahren in Guernsey

Im Winter kann ich das nicht machen, also fahre ich Snowboard.

Ich liebe Reisen mit Freunden. Da ich in jungen Jahren öfter umgezogen bin, habe ich Freunde in verschiedenen Ländern und damit immer eine gute Ausrede für Wochendtrips.

Was wäre Ihr Rat für jemanden, der sich für eine Karriere in der Solarbranche interessiert?

Ich würde sagen, dass es sehr wichtig ist, immer auf dem neuesten Stand zu sein. In diesem rasanten Sektor verändern sich Dinge schnell. Kenntnisse über die Branche sind wichtig und man sollte wissen, warum man darin arbeiten möchte.

Und netzwerken Sie so viel Sie können – der Sektor scheint groß zu sein, aber er ist in Wirklichkeit relativ klein. Sie treffen oft die gleichen Menschen bei Veranstaltungen oder laufen jemandem über den Weg, mit dem Sie schon gearbeitet haben.

Es ist großartig in der Solarbranche zu arbeiten; sie eröffnet einem viele Karrierechancen.

Der Klimawandel ist eine absolut reale Herausforderung und die Menschen denken heute darüber danach, welchen Beitrag sie leisten können. Der erneuerbare Energiesektor wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.