Ein Tag im Leben von: Rick Fransen – Business Development Manager

Solarcenturys Rick Fransen arbeitet seit 30 Jahren in der Solarbranche und wird zu Recht Rickipedia genannt. Hier erfahren Sie mehr über sein umfangreiches Fachwissen und darüber, warum die Solarbranche seine Passion ist.

Wie lange arbeiten Sie schon im Solarsektor?

30 Jahre, seit dem 1. Mai 1989.

Warum die Solarbranche? Welche Motivation steht dahinter?

Ich habe Physik studiert und nach meinem Abschluss wollte ich etwas tun, womit ich meiner Meinung nach einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten könnte. Gleichzeitig sollte die Arbeit mein technisches Interesse befriedigen. In der Solarbranche bin ich durch Zufall gelandet. Damals steckte diese noch in den Kinderschuhen, sowohl technisch als auch kommerziell und gesellschaftlich. Ich war seit den Anfängen in sämtliche Aspekte dieser Branche involviert; es ist ein sehr dynamischer Sektor und das macht ihn so interessant. Außerdem kann man auf jeder Party eine interessante Geschichte erzählen, wenn man in der Solarbranche arbeitet.

Man kennt sie als „Rickipedia“ für das Thema Solarenergie. Woher kommt dieser Name und wie schaffen sie es, ständig auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu sein?

Durch meine umfangreiche Erfahrung in fast allen Aspekten der Solarenergie bin ich zu einer Informationsquelle innerhalb der Organisation geworden. Einer meiner langjährigen Kollegen hat den Namen erfunden und jedem geraten, sich an Rickipedia zu wenden, wenn man etwas nicht weiß oder über ein Thema detaillierte Informationen benötigt!

In meinen 30 Jahren in dieser Branche habe ich mit vielen Aspekten im Solarbereich zu tun gehabt. Von der Batterieforschung bis zu vorfinanzierten Solarsystemen für Zuhause. Ich war an der Produktion des ersten autarken Nullenergiehauses in den Niederlanden beteiligt, am größten Solarenergie-Wohngebiet der Niederlande, an zwei Schallschutzprojekten mit integrierten Sonnenkollektoren, Glasfassaden mit beidseitigen Sonnenkollektoren (die Heron-Tower-Sonnenkollektoren wurden von mir entwickelt) und außerdem an einer Anzahl zweiachsiger PV-Nachführsysteme in Italien. Kurz gesagt, ein sehr weites Spektrum an Solarprojekten – die alle dazu beitragen, dass ich den Spitznamen Rickipedia habe.

Ich halte mich stets auf dem Laufenden, indem ich mich aktiv an vielen Aspekten der Entwicklung von Solarparks beteilige und Mitglied in verschiedenen Projektgruppen bin, die sich mit speziellen Themen innerhalb der Branche beschäftigen, wie z.B. Innovationen in den Bereichen schwimmende Solarparks und Blindleistung.

Wie hat sich die Branche in den letzten 30 Jahren verändert?

Im Speziellen ist der Markt sehr viel größer und professioneller geworden. Vor 30 Jahren war der Sektor sehr klein und technologieorientiert. Die erste Sonnenkollektorenfabrik, in der ich gearbeitet habe, produzierte weniger als 1 MWp. Heutzutage produzieren die großen Parks jedes Jahr das 10.000-fache (10 GWp). Die Technologie spielt sicher noch eine wichtige Rolle, aber die gesellschaftliche Akzeptanz, die Politik sowie kommerzielle und finanzielle Aspekte haben erheblich an Bedeutung gewonnen.

Warum sind Sie 7 Jahre bei Solarcentury geblieben? Woher kommt das Adrenalin?

Solarcentury steht an der Spitze des Solarsektors. Als Pionier muss man ständig neue Ideen haben und diese weiterentwickeln. Es sind solche Herausforderungen, die mich faszinieren.

Was macht ein Business Development Manager und sein Team eigentlich?

Ein Business Developer beschäftigt sich im weitesten Sinne mit der Entwicklung von Solarprojekten. Dazu gehören technologische Neuentwicklungen ebenso wie die Koordination und Umsetzung der Kundenanforderungen in der Anlage. In meinem Job sind Vertragsverhandlungen ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Geschäftsentwicklung.

Inwieweit waren sie an der Entwicklung des Solarparks Budel beteiligt und wie war das für Sie, an so einem großen Projekt in Ihrer direkten Nachbarschaft zu arbeiten?

Am Solarpark Budel war ich von Anfang an beteiligt. Ich habe die Anforderungen der verantwortlichen Stellen am Standort (in der Provinz Noord-Brabant) koordiniert und in einem Implementierungsplan festgehalten, der während des Baus verwendet wurde. Zusätzlich war ich für das erste technische Design verantwortlich und für spezielle neue Technologien, die an diesem Standort eingesetzt wurden, wie zum Beispiel die verwendete Verschraubung und die 800V-AC-Architektur.

Sie sind seit über 30 Jahren im Bereich erneuerbare Energien tätig. Wie hat das Ihr Privatleben beeinflusst?

Durch meine 30-jährige Tätigkeit im Bereich erneuerbare Energien achte ich auch in meinem Privatleben auf Nachhaltigkeit. Ich wohne zwar nicht in einem Nullenergiehaus und stelle die Heizung nicht ein Grad niedriger, aber ich bemühe mich, keine zehn Minuten mehr zu duschen. Und ich erinnere meine Kinder immer daran, die Türen hinter sich zu schließen und die Lichter auszuschalten.

Was raten Sie jemandem, der im Solarenergiesektor arbeiten möchte?

Mach’s einfach. Es gibt so viele Aspekte der Solarenergie – da ist für jeden etwas dabei. Und der Markt wird weiterwachsen.

Meine Anfangsgeschichte ist auch interessant. Nach der zweiten Interviewrunde mit meinem ersten Arbeitgeber, Shell Solar (damals hieß das Unternehmen noch R&S), war ich der einzige Kandidat, der noch im Rennen war. Nachdem wir uns über die Beschäftigungsbedingungen geeinigt hatten, wollte ich loslegen. Ich habe jede Woche angerufen und man sagte mir, dass ich aufgrund interner Reorganisationsmaßnahmen noch warten müsse, dass ich aber definitiv in der nächsten Woche Bescheid bekäme. Ich war die Warterei so leid, dass ich mein Mittagessen einpackte, zur Firma fuhr und an der Rezeption Bescheid sagte, dass ich jetzt sofort anfangen könnte! Die Rezeptionistin war völlig entgeistert, aber es hat funktioniert und am darauffolgenden Montag hatte ich meinen ersten Arbeitstag.

Wie entspannen Sie sich? Haben Sie noch Zeit für Hobbys?

Ich fahre Fahrrad (im Moment etwas zu wenig) und ich fotografiere. Ich lese gerne und meine Freundin und ich haben vier alte Caravans, die wir restaurieren und mit denen wir regelmäßig verreisen.

Letzte Frage: Wie sieht die Zukunft in der Solarbranche aus?

Sonnig!