Ein Tag im Leben von: Stephane Poulain – Business Development Manager

Stephanes Erfahrung im Energiesektor umfasst mittlerweile zwei Jahrzehnte, aber die Beobachtung, wie sich die Landschaft aufgrund des Klimachaos verändert, veranlassten ihn dazu, sich auf den Aufbau des französischen Solarmarktes zu konzentrieren.

Wie lange arbeiten Sie schon im Solarsektor?

Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren im Bereich der elektrischen Energie, davon fast 12 Jahre in der Solarbranche.

Ich hatte verschiedene Positionen inne, von der Entwicklung von Wechselrichtern in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines großen internationalen Unternehmens über die Gründung und Führung eines eigenen Solarunternehmens bis hin zur Entwicklung und dem Bau von Solarkraftwerken aller Art.

Warum haben Sie sich für eine Tätigkeit in dieser Branche entschieden?

Ich hatte mir schon immer gewünscht, eine eigene Firma zu gründen, aber ich wollte auch, dass meine Firma einen sinnvollen Zweck erfüllt.

Die Entwicklung von Photovoltaikprojekten war eine selbstverständliche Konsequenz dieser Überlegungen. Ich lebe in den Alpen und betreibe seit meiner Kindheit leidenschaftlich Bergsportarten, insbesondere Wandern und Skifahren. Ich konnte von Jahr zu Jahr eine echte Veränderung in der Berglandschaft beobachten – insbesondere das Schmelzen der Gletscher, immer weniger regelmäßige Schneeperioden, die zudem immer später einsetzten; dazu das Schmelzen des Permafrostes, wodurch einige Routen gefährlich wurden.

So habe ich 2008 mein Unternehmen gegründet Ich wollte meinen Teil dazu beizutragen, die schwierigste Herausforderung für die Menschheit zu meistern.

Wie hat sich die Solarbranche in den letzten 12 Jahren verändert?

Der französische Markt hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine echte Revolution erlebt. Vor 2006 war Photovoltaik ein Nischenprodukt. Es wurden lediglich kleine PV-Anlagen auf Häusern installiert, die nicht ans öffentliche Netz angeschlossen werden konnten, weil sie zum Beispiel hoch in den Bergen lagen.  Im Jahr 2006 führte die Regierung dann einen Einspeisetarif ein, um einen echten Markt zu schaffen. Zwischen 2006 und 2010 boomte der französische PV-Markt.

Ich trat in einen Markt ein, der stark im Aufwind war; Unternehmen boten alle möglichen innovativen, technischen Lösungen an, überall gab es erfolgreiche kommerzielle Angebote, darunter gute und weniger gute. Es war eine ebenso aufregende wie beängstigende Zeit. Im Jahr 2010 fror die Regierung die Förderung für sechs Monate ein und beendete damit die Phase der Euphorie.  Erst in dieser Zeit wurde der Sektor wirklich professionell und strukturiert. Der Preis für PV-Anlagen sank stetig, so dass die Entwicklung und der Bau von Kraftwerken zu Preisen pro kWh möglich wurde, die nahe am Spotmarktpreis liegen. Damit wurde die Solarindustrie zu einem der billigsten Stromerzeuger auf dem Markt.

Warum kamen Sie zu Solarcentury?

Solarcentury wurde gegründet, um das Klimachaos durch den Einsatz von Solarenergie zu bekämpfen. Das Unternehmen kämpft seit über 20 Jahren dagegen an. Diese Einstellung zeigt sich bei allen Mitarbeitern und das sorgt für ein engagiertes und gesundes Arbeitsklima.

All diese Gründe veranlassten mich dazu, bei Solarcentury anzufangen, einem Unternehmen, dass meine Überzeugungen und Wünsche verkörpert.

 Was ist Ihre derzeitige Position?

Meine Aufgabe ist es, Freiflächensolarprojekte für den französischen Markt zu entwickeln. Dazu gehört es, geeignete Flächen für Solarprojekte zu identifizieren und zu qualifizieren, alle behördlichen Genehmigungen – insbesondere Baugenehmigungen – einzuholen, an Ausschreibungen teilzunehmen, um die produzierten kWh zu verkaufen, und nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Wir werden tagtäglich mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Um diese zu meistern, arbeite ich mit Partnern zusammen, die Experten auf ihrem Gebiet sind.

Mir wird die Möglichkeit geboten, einen spannenden und äußerst vielseitigen Job zu machen. Kein Tag ist wie der andere. Die Arbeit beinhaltet technische, rechtliche, finanzielle, administrative sowie kaufmännische Aspekte und vieles mehr …

Welche sind die zukünftigen Herausforderungen auf dem französischen Markt?

Die französische Regierung hat ein ehrgeiziges, mehrjähriges Energieprogramm entwickelt, das den Anteil von derzeit 9,1 GW auf 35,6 bis 44,5 GW im Jahr 2028 erhöht. Anfang 2020 beginnen die Ausschreibungen für 900 MW pro Jahr für große Dachanlagen und 2 GW pro Jahr für Freiflächen-Kraftwerke.

Dieses Programm bietet gute Perspektiven und Sichtbarkeit für den Markt. Unsere Herausforderung wird es sein, unser Portfolio um neue Projekte zu erweitern, die alle Kriterien für Ausschreibungen, Baugenehmigungen und Preis erfüllen.

Das wird hart und ist der Beginn einer langen Reise voller Hindernisse. Städtebauliche Dokumente bedeuten immer einen langwierigen Prozess mit den Behörden; sie müssen oftmals überprüft werden, Umweltfragen müssen berücksichtigt und entsprechend angepasst werden. Das bedeutet mindestens zwei oder sogar drei Jahre Arbeit, bevor die Projekte bei Ausschreibungen präsentiert werden können. Ein echter Marathon, der Anpassungsfähigkeit, Überzeugungskraft, Geduld und Ausdauer erfordert.

Es hört sich so an, als wären Sie Naturliebhaber. Haben Sie noch Zeit die Natur zu genießen?

Wenn ich nicht unterwegs bin, arbeite ich von zu Hause aus, was ein echter Vorteil ist. Ich kann effizienter arbeiten, da der Stress und die Mühe der Anfahrtswege entfällt. Ich werde nicht von den Geräuschen des Büroalltags gestört. Ich kann meine Kinder manchmal mit dem Fahrrad zur Schule bringen oder abends abholen.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag schließe ich einfach meinen Computer, ziehe meine Laufschuhe an und gehe joggen. Am Wochenende flüchten meine Familie oder Freunde und ich in die Berge zum Wandern, Klettern oder Skifahren, je nach Saison, oder wir treiben Wassersport auf dem Lac du Bourget…

Auch wenn es bei mir keine Montagmorgen-Gespräche in der Teeküche gibt, habe ich durch die Möglichkeit der Telearbeit eine gute Balance gefunden.

Letzte Frage: Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Solarenergie aus?

Ich bin davon überzeugt, dass Solarenergie die wichtigste Energiequelle im 21. Jahrhundert sein wird. Solaranlagen sind einfach zu planen, einfach zu installieren, einfach zu bedienen und die Produktionskosten pro kWh Solarenergie werden bald viel niedriger sein als bei jeder anderen Energiequelle und das alles dank der Sonne!

Wir können uns aber auf unseren bisherigen Leistungen nicht ausruhen. Innovationen und Überzeugungskraft sind nötig, um den fossilen Energiebedarf mithilfe der Solarenergie schnell zu stoppen.

Wir werden nicht aufgeben, der Kampf geht weiter.