Klimawandel: Die EIB finanziert einen der größten Solarparks in Spanien

  • Der Talayuela-Solarpark in Extremadura wird jährlich erneuerbare Energie für ca. 150.000 Haushalte generieren.
  • CO2-Emissionen werden um mehr als 171 Tt CO2-e/Jahr reduziert.
  • 400 Arbeiter werden während der Bauphase beschäftigt.
  • Projektträger sind die Encavis AG und Solarcentury.
  • Die Investition wird durch den Juncker-Plan unterstützt.

Spanien, 11. Dezember 2019: Während der UN-Klimakonferenz in Madrid (COP 25) hat die Europäische Investment Bank (EIB) bekannt gegeben, dass sie 76,5 Millionen Euro in eines der größten Solarprojekte Spaniens investiert hat und damit ihr großes Engagement für die Förderung von umweltfreundlicher Energieproduktion im Land bekräftigt. Träger des Projekts sind die Encavis AG, ein führender unabhängiger Produzent von erneuerbaren Energien, und Solarcentury, ein globaler Anbieter integrierter Solarsysteme. Das Projekt umfasst den Bau und Betrieb eines 300 MWp-Photovoltaik-Solarparks in der Kohäsionsregion Extremadura in der Gemeinde Talayuela. Unterstützt wird die Transaktion vom Europäischen Fond für Strategische Investitionen (EFSI), dem Grundpfeiler des Investmentplans für Europa, auch bekannt als Juncker-Plan.

Mit seinen 300 MWp wird der Talayuela-Solarpark zu einem der wichtigsten Solarprojekte in Europa und in der Lage sein, jährlich genug Energie zu produzieren, um ca. 150.000 Haushalte zu einem sehr günstigen Preis zu versorgen. Außerdem wird das Projekt dazu beitragen, CO -Emissionen um mehr als 171 Tt CO2-e/Jahr zu reduzieren und während der Bauphase ca. 400 Mitarbeiter beschäftigen.

EIB-Vizepräsidentin Emma Navarro, die für die Klimaschutzmaßnahmen der Bank und für Operationen in Spanien zuständig ist, erklärte: „Wie auf der COP 25 deutlich wurde, setzt sich die EIB mit großem Engagement für die Bekämpfung der globalen Erwärmung ein. Als EU-Klimabank sind wir bereit, unser Klimaziel zu erhöhen, um der Herausforderung gerecht zu werden. Aus diesem Grund unterstützen wir Spanien gerne dabei, sein enormes Potenzial im Bereich erneuerbare Energien auszuschöpfen und seine Dekarbonisierungsziele zu erreichen.  Die Förderung der Solarenergie führt zu einer größeren Unabhängigkeit. Noch entscheidender ist aber, dass sie die Auswirkungen des Klimawandels vermindert.“

Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der Europäischen Kommission und verantwortlich für „Eine Wirtschaft im Dienste der Menschen“, erklärte: „Zum zweiten Mal in dieser Woche geben wir eine Finanzierung durch die Europäische Investitionsbank für Solarenergieprojekte in Spanien bekannt. Mithilfe des Investitionsplans für Europa wird ein 300-MWp-Solarpark in Talayuela, Extremadura, entstehen, der genug saubere Energie produziert, um jährlich ca. 150.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Investitionen in erneuerbare Energien wie die Solarenergie sind entscheidend für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und der Klimaneutralität bis 2050.

Dr. Dierk Paskert, CEO Encavis AG, fügte hinzu: „Dieses Projekt markiert einen Meilenstein sowohl für Encavis als auch für den spanischen Markt für erneuerbare Energien, da es die Unterstützung der EU für unsere Wachstumsstrategie unterstreicht. Es ist zudem der erste langfristige Stromabnahmevertrag (PPA), der für einen Solarpark ohne Unterstützung durch Einspeisevergütungen unterzeichnet wurde. Der Abschluss dieses PPA und die Inbetriebnahme des Solarparks Talayuela im nächsten Jahr eröffnet für Encavis neue Dimensionen und sind ein Ansporn für Märkte in vielen Ländern, vergleichbare Verträge abzuschließen.“

Jose Miguel Ferrer, General Manager von Solarcentury auf der iberischen Halbinsel, kommentierte: „Der Finanzierungsabschluss von Talayuela Solar ist ein wichtiger Erfolg für Solarcentury und die Encavis AG und gleichzeitig ein richtungsweisendes Abkommen, das die finanzielle Tragfähigkeit von Spaniens subventionsfreiem Solarmarkt belegt. Indem wir die langfristige Finanzierbarkeit dieses Großprojekts durch die Unterzeichnung unseres bahnbrechenden Stromabnahmevertrags im September unter Beweis gestellt haben, haben wir die Unterstützung von zwei der größten europäischen Kreditgeber erhalten, zwei Banken, die unsere Vision für das Projekt teilen: der Europäischen Investitionsbank und der Deutschen Bank. Nachdem die Vorbereitungen jetzt abgeschlossen sind, freuen wir uns darauf, in den nächsten Wochen mit dem Bau des Projekts zu beginnen.“

Das Projekt mit einem Volumen von 228 Mio. EUR hat eine Projektfinanzierung der EIB und der Deutschen Bank in Höhe von insgesamt ca. 165 Mio. EUR erhalten; die Vereinbarung wurde Ende November abgeschlossen. Der Talayuela-Solarpark ist eines der ersten regenerativen Energieprojekte auf Rohbauland in Spanien, das ohne jegliche Form von Regierungs- oder öffentlicher Unterstützung finanziert wird. Der finanzielle Stromabnahmevertrag für das Projekt wurde im September 2019 für 10 Jahre abgeschlossen und sichert den Abnahmepreis für etwa 75 % des Produktionsvolumens ab. Im Anschluss an diese Entwicklungen gab die Encavis AG Solarcentury den Startschuss für den Baubeginn der Anlage, die voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 in Betrieb gehen wird.

Der Park in Talayuela wird erhebliche Auswirkungen auf den spanischen Markt für erneuerbare Energien haben und dem Land auf der iberischen Halbinsel helfen, sein Ziel zu erreichen: bis 2020 20 % des Primärenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Darüber hinaus trägt das Projekt dazu bei, dass die Bank ihre Klimaschutzziele und die Europäischen Kommission ihre verbindlichen Ziele für erneuerbare Energien erreicht, die eine regenerative Versorgung von mindestens 32% des Endenergieverbrauchs bis 2030 vorsehen.

Die EIB und die Klimakrise

Die EIB ist einer der weltweit größten multilateralen Geldgeber für Klimafinanzierungen. Ziel der Bank ist es, bei der Beschaffung der erforderlichen Mittel führend zu sein, um die globale Erwärmung auf unter 2 ˚C und den Temperaturanstieg auf 1,5 ˚C zu begrenzen und damit die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Am 14. November bestätigte der Verwaltungsrat der EIB seine neuen Klimaziele und die neue Energiekreditpolitik. Um sicherzustellen, dass die EIB-Gruppe bis 2030 mindestens eine Billion Euro bereitstellt, wird die Bank ihre Finanzierungen für Klima- und Umweltziele bis 2025 schrittweise auf bis zu 50 % erhöhen, um Investitionen zu fördern, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Die EIB-Gruppe kündigte ferner seine Absicht an, alle Aktivitäten an das Pariser Abkommen anzupassen. Zu diesem Zweck wird die EIB ab Ende 2021 keine Projekte mehr finanzieren, die auf fossilen Brennstoffen basieren.

Im Jahr 2018 stellte die EIB fast 1,3 Mrd. EUR zur Verfügung, um den Klimaschutz in Spanien durch die Finanzierung von Projekten zur Entwicklung abgasärmerer Verkehrsmittel und zur Einführung neuer, schadstoffärmerer und umweltfreundlicherer Produktionsverfahren zu unterstützen.

Folgen Sie hier den Aktivitäten der EIB beim COP25.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Institution der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen und ist Eigentum ihrer Mitgliedstaaten. Sie stellt langfristige Finanzmittel für solide Investitionen zur Verfügung, die zur Erreichung der politischen Ziele der EU beitragen.

The Investitionsplan für Europa, der so genannte Juncker Plan, hat bei der Europäischen Kommission mit die höchste Priorität. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Investitionen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum durch eine intelligentere Nutzung der Finanzmittel, die Beseitigung von Investitionshemmnissen sowie Sichtbarkeit und technische Unterstützung bei Investitionsvorhaben.

Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ist der Grundpfeiler des Juncker-Plans und bietet Erstverlustgarantien, die es der EIB ermöglichen, in mehr Projekte zu investieren, auch wenn diese oft mit größeren Risiken verbunden sind. Es wird erwartet, dass für die zur Finanzierung im Rahmen des EFSI genehmigten Projekte und Vereinbarungen mehr als 450,6 Mrd. EUR an Investitionen bereitgestellt werden, davon 49,5 Mrd. EUR in Spanien, und mehr als eine Million Start-ups und KMU in den 28 Mitgliedstaaten unterstützt werden. Die vom Juncker Plan gestützten Investitionen haben im Vergleich zum Basisszenario das Bruttoinlandsprodukt der EU um 0,9 % erhöht und  1,1 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Bis 2022 wird der Juncker-Plan das BIP der EU um 1,8 % gesteigert und 1,7 Millionen Arbeitsplätze geschaffen haben.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Investitionsplans für Europa finden Sie hier.

Die Encavis AG (Prime Standard; ISIN: DE0006095003 / WKN: 609500) ist ein im SDAX der Deutschen Börse gelisteter Produzent von Strom aus erneuerbaren Energien. Als einer der führenden konzernunabhängigen Stromproduzenten (IPP) erwirbt und betreibt Encavis Solar- und (Onshore)-Windparks in zehn europäischen Ländern. Die Anlagen für die Produktion von nachhaltiger Energie erzielen stabile Erträge durch garantierte Einspeisevergütungen oder langfristige Stromabnahmeverträge (Purchase Power Agreements PPA). Innerhalb der Encavis-Gruppe hat sich die Encavis Asset Management AG auf den Bereich institutionelle Investoren spezialisiert.

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